Fermentierte Lebensmittel

Die gesundheitlichen Vorteile von fermentierten Lebensmitteln

Fermentierte Lebensmittel sind seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der menschlichen Ernährung und spielen eine entscheidende Rolle in verschiedenen Kulturen weltweit. Der Ursprung der Fermentation lässt sich bis in die frühesten Zeiten der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen, lange bevor Kühlmöglichkeiten existierten. Die Technik diente ursprünglich der Konservierung von Nahrungsmitteln, indem sie die Haltbarkeit von Obst, Gemüse und Getreide verlängerte. Durch den kontrollierten Abbau von Zucker durch Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen wurden Produkte geschaffen, die nicht nur länger haltbar, sondern auch geschmacklich verändert und oft nährstoffreicher waren.

Die kulturelle Bedeutung fermentierter Lebensmittel ist enorm. In vielen traditionellen Küchen weltweit bilden sie die Grundlage zahlreicher Gerichte. Von Kimchi in Korea über Sauerkraut in Deutschland bis hin zu Miso in Japan – jedes Land hat seine eigenen, einzigartigen Fermentationsmethoden und -produkte entwickelt, die oft eng mit der regionalen Kultur und Geschichte verwoben sind. Diese Vielfalt zeigt die Anpassungsfähigkeit und den nachhaltigen Charakter der Fermentation als Nahrungsmittelkonservierungs- und -veredelungsverfahren. Die Überlieferung dieser traditionellen Verfahren von Generation zu Generation unterstreicht ihre Bedeutung und den hohen Stellenwert, den sie in den jeweiligen Gesellschaften einnehmen.

In jüngster Zeit hat die wissenschaftliche Forschung die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel immer stärker in den Fokus gerückt. Studien zeigen, dass der Konsum solcher Lebensmittel die Darmgesundheit positiv beeinflussen kann. Der hohe Gehalt an Probiotika, also lebenden Mikroorganismen, die eine positive Wirkung auf den Körper haben, unterstützt die natürliche Darmflora. Es wird geschätzt, dass über 70% des menschlichen Immunsystems im Darm angesiedelt ist, was die Bedeutung einer gesunden Darmflora für die allgemeine Gesundheit unterstreicht. Darüber hinaus wird die positive Wirkung auf die Verdauung, das Immunsystem und sogar die psychische Gesundheit untersucht. Die steigende Popularität von fermentierten Lebensmitteln in der westlichen Welt zeigt ein wachsendes Bewusstsein für diese traditionellen und gesundheitlich wertvollen Nahrungsmittel.

Einführung & Übersicht über fermentierte Lebensmittel

Fermentierte Lebensmittel sind seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der menschlichen Ernährung und haben eine lange Tradition in verschiedenen Kulturen weltweit. Der Prozess der Fermentation, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze Lebensmittel umwandeln, führt zu einer Reihe von positiven Veränderungen, die sowohl den Geschmack als auch die Nährstoffzusammensetzung beeinflussen. Fermentation ist im Wesentlichen ein kontrollierter Verdauungsprozess, der die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängert und gleichzeitig deren biologische Verfügbarkeit von Nährstoffen verbessert.

Die Fermentation bewirkt eine Umwandlung von komplexen Kohlenhydraten in einfachere Zucker, Säuren und andere Verbindungen. Diese Prozesse erzeugen nicht nur charakteristische Aromen und Texturen, sondern bilden auch wertvolle Substanzen wie Probiotika. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden, positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sie unterstützen die Darmflora und stärken das Immunsystem.

Eine Vielzahl von Lebensmitteln kann fermentiert werden, darunter Gemüse, Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte. Bekannte Beispiele für fermentierte Lebensmittel sind Sauerkraut (aus Weißkohl durch Milchsäuregärung hergestellt), Kimchi (ein koreanisches Gericht aus fermentierten Gemüsesorten wie Chinakohl und Rettich), Joghurt (fermentierte Milch mit Milchsäurebakterien), Kefir (ein fermentiertes Milchgetränk mit einer komplexeren Mikroflora), Miso (eine japanische Paste aus fermentierten Sojabohnen), Tempeh (ein indonesisches Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen) und Kombucha (ein fermentiertes Teetrink mit Essigsäurebakterien und Hefen).

Um die gesundheitlichen Vorteile optimal zu nutzen, ist es wichtig, auf die Qualität der fermentierten Lebensmittel zu achten. Achten Sie auf unbeschädigte Verpackungen und beachten Sie die Lagerbedingungen. Für den Hausgebrauch eignen sich beispielsweise einfache Rezepte für Sauerkraut: 1 kg fein geschnittener Weißkohl mit 20g grobem Meersalz vermischen, fest in ein Glas pressen und mit einer beschwerten Platte bedeckt für mindestens 2-4 Wochen bei Raumtemperatur fermentieren lassen. Denken Sie daran, dass die Fermentation ein natürlicher Prozess ist und die Geschmacksintensität je nach Rohstoffen und Fermentationsdauer variieren kann.

In den folgenden Abschnitten werden wir detailliert auf die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel eingehen, die positiven Auswirkungen auf die Darmgesundheit, das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit beleuchten und praktische Tipps für die Integration fermentierter Lebensmittel in Ihre Ernährung geben.

Gesundheitliche Vorteile von Fermentation

Fermentierte Lebensmittel bieten eine Fülle an gesundheitlichen Vorteilen, die weit über ihren einzigartigen Geschmack hinausgehen. Der Fermentationsprozess, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen Zucker in Säuren, Gase und Alkohol umwandeln, erhöht die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen und produziert bioaktive Verbindungen, die positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben können.

Einer der wichtigsten Vorteile ist die Verbesserung der Darmgesundheit. Fermentierte Lebensmittel sind reich an Probiotika, also lebenden Mikroorganismen, die die Darmflora positiv beeinflussen. Ein gesunder Darm wiederum ist essentiell für ein starkes Immunsystem, eine effiziente Verdauung und die allgemeine Gesundheit. Ziel ist es, täglich mindestens 25-50 Gramm fermentierte Lebensmittel zu konsumieren, um von den positiven Effekten zu profitieren. Dies entspricht beispielsweise etwa 100-200g Sauerkraut oder 1-2 Gläsern Kimchi.

Fermentation kann die Verdaulichkeit bestimmter Nahrungsmittel verbessern. Durch den Abbau von komplexen Kohlenhydraten und Phytaten wird die Aufnahme von Nährstoffen erleichtert. Beispielsweise wird durch die Fermentation von Getreide die Verfügbarkeit von Mineralien wie Eisen und Zink gesteigert. Auch die Lactosetoleranz kann durch den Konsum fermentierter Milchprodukte wie Kefir verbessert werden, da die Laktose während des Prozesses teilweise abgebaut wird.

Darüber hinaus weisen Studien darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr fermentierter Lebensmittel das Immunsystem stärken kann. Die Probiotika in diesen Lebensmitteln unterstützen die Produktion von Antikörpern und helfen, das Immunsystem zu regulieren. Dies kann das Risiko für Infektionen reduzieren und die Abwehrkräfte stärken.

Vorsichtsmaßnahmen sind jedoch wichtig. Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten den Konsum von selbstgemachten fermentierten Lebensmitteln vorsichtig angehen und vorher Rücksprache mit ihrem Arzt halten, um mögliche Risiken zu minimieren. Achten Sie stets auf die richtige Hygiene bei der Zubereitung, um eine Kontamination mit unerwünschten Keimen zu vermeiden. Eine saubere Arbeitsumgebung und sterilisierte Gläser sind essentiell.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der regelmäßige Verzehr von fermentierten Lebensmitteln, wie Sauerkraut, Kimchi, Kombucha, Kefir und Miso, einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten kann. Integrieren Sie 2-3 Portionen pro Woche in Ihren Speiseplan, um von den vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Experimentieren Sie mit verschiedenen fermentierten Lebensmitteln und finden Sie Ihre Favoriten!

Auswahl der Zutaten

Die Qualität der Zutaten ist entscheidend für den Erfolg und die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel. Frische, hochwertige Rohstoffe sind unerlässlich, um ein optimales Ergebnis zu erzielen und potenzielle gesundheitliche Risiken zu minimieren. Verwenden Sie daher nur Zutaten, die frei von Schimmel, Fäulnis oder anderen sichtbaren Mängeln sind.

Für unser Beispielrezept, Sauerkraut, benötigen wir 1 kg Weißkohl. Wählen Sie einen festen, kompakten Kohl mit hellgrünen Blättern und ohne braune Flecken. Achten Sie darauf, dass der Kohl nicht zu weich oder bereits angeschlagen ist. Eine gründliche Reinigung des Kohls ist unerlässlich. Waschen Sie ihn sorgfältig unter kaltem, fließendem Wasser und entfernen Sie alle äußeren Blätter, die beschädigt oder verschmutzt sind. Verwenden Sie keine Seife oder Reinigungsmittel, da diese Rückstände zurücklassen können, die den Fermentationsprozess beeinträchtigen.

Neben dem Weißkohl benötigen wir 20 Gramm grobes Meersalz. Verwenden Sie niemals jodiertes Speisesalz, da das Jod die Fermentation hemmen kann und den Geschmack negativ beeinflussen kann. Grobes Meersalz ist ideal, da es sich gleichmäßiger verteilt und weniger schnell auflöst als feines Salz. Die Salzmenge ist wichtig für die Kontrolle der Fermentation und die Hemmung unerwünschter Bakterien. Eine zu geringe Salzmenge kann zu Schimmelbildung führen, während zu viel Salz den Geschmack beeinträchtigen kann.

Optional können Sie weitere Zutaten hinzufügen, um den Geschmack zu verfeinern. Zum Beispiel können Sie 2-3 TL Kümmel- oder Koriandersamen verwenden, die den Geschmack des Sauerkrauts intensivieren. Auch ein oder zwei Lorbeerblätter können hinzugefügt werden, um eine leicht würzige Note zu verleihen. Achten Sie darauf, dass alle zusätzlichen Zutaten ebenfalls sauber und frei von Verunreinigungen sind. Vor dem Hinzufügen können Sie die Gewürze kurz in einer Pfanne anrösten, um ihr Aroma zu verstärken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auswahl der Zutaten für die Fermentation von Lebensmitteln ein wichtiger Schritt ist, der die Qualität und die gesundheitlichen Vorteile des Endprodukts maßgeblich beeinflusst. Achten Sie auf Frische, Qualität und die richtige Menge an Salz, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Verwendung von optionalen Zutaten kann den Geschmack individuell anpassen.

Fermentationsprozess (inkl. Zeit & Temperatur)

Die Fermentation ist ein komplexer Prozess, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, darunter Zeit, Temperatur und die Mikroorganismen, die die Gärung antreiben. Für eine erfolgreiche Fermentation ist es unerlässlich, die optimalen Bedingungen zu schaffen und die Hygiene streng einzuhalten. Sauberkeit ist der Schlüssel, um unerwünschte Bakterien und Schimmelpilze zu vermeiden, die den Geschmack und die Sicherheit des fermentierten Produkts beeinträchtigen können.

Als Beispiel nehmen wir die Fermentation von Kohl, um Sauerkraut herzustellen. Hierfür werden in der Regel 1 kg fein geschnittener Weißkohl, 20g grobes Meersalz und etwa 1 Liter Wasser benötigt. Der Kohl wird mit dem Salz vermischt und in einem sterilisierten Glasgefäß festgestampft, um die Luftblasen zu entfernen und das Eintauchen des Kohls in die entstehende Salzlake zu gewährleisten. Wichtig ist, dass der Kohl vollständig mit Lake bedeckt ist, um den Kontakt mit Luft zu minimieren und das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen zu verhindern.

Die Fermentation findet bei Raumtemperatur statt, idealerweise zwischen 18°C und 22°C. Temperaturen unter 15°C verlangsamen den Prozess erheblich, während Temperaturen über 25°C das Risiko des Wachstums unerwünschter Bakterien erhöhen. Die Fermentation dauert in der Regel zwischen 2 und 4 Wochen, abhängig von der Temperatur und der gewünschten Säureintensität. Während dieser Zeit bildet sich Kohlendioxid, das sich als Gasblasen im Gefäß zeigt. Es ist wichtig, das Glasgefäß täglich zu beobachten und gegebenenfalls vorsichtig Gas abzulassen, um einen Überdruck zu vermeiden.

Der Fortschritt der Fermentation kann durch den Geschmack und die Säure getestet werden. Nach etwa einer Woche sollte der Kohl bereits leicht sauer schmecken. Nach zwei bis drei Wochen sollte der Geschmack intensiver und die Säure ausgeprägter sein. Die Fermentation kann durch Kühlung im Kühlschrank gestoppt werden, sobald der gewünschte Geschmack erreicht ist. Eine regelmäßige sensorische Prüfung ist essentiell, um den optimalen Zeitpunkt für den Abbruch der Fermentation zu bestimmen. Sobald der Prozess gestoppt wurde, ist das Sauerkraut im Kühlschrank für mehrere Wochen haltbar.

Es ist wichtig zu beachten, dass die oben beschriebenen Zeiten und Temperaturen als Richtwerte dienen. Die genauen Bedingungen können je nach verwendeter Kohlsorte, Salzgehalt und Umgebungstemperatur variieren. Experimentieren Sie und finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert! Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich die Fermentation entwickelt und wie Sie den Prozess optimal steuern können.

Professionelle Empfehlung: Verwenden Sie immer hochwertiges, unjodiertes Meersalz für die Fermentation. Jodiertes Salz kann den Geschmack beeinträchtigen und die Fermentation hemmen. Verwenden Sie außerdem sterilisierte Gläser und Utensilien, um Kontaminationen zu vermeiden.

Lagerung fermentierter Lebensmittel

Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Qualität und die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel zu erhalten. Falsch gelagerte fermentierte Produkte können schnell verderben, ihre charakteristischen Aromen verlieren und sogar gesundheitsschädlich werden. Die optimale Lagerungsmethode hängt stark von der Art des fermentierten Produkts ab.

Kühlschranklagerung: Die meisten fermentierten Lebensmittel, wie Sauerkraut, Kimchi, eingelegte Gurken und fermentierte Milchprodukte (z.B. Kefir, Joghurt), sollten nach dem Fermentierungsprozess im Kühlschrank bei einer Temperatur von 4°C bis 7°C gelagert werden. Dies verlangsamt das Wachstum von unerwünschten Mikroorganismen und erhält die gewünschte Säure und Konsistenz. Vermeiden Sie extreme Temperaturschwankungen, da diese die Qualität beeinträchtigen können.

Behälterwahl: Die Wahl des richtigen Behälters ist ebenso wichtig. Luftdichte Behälter aus Glas sind ideal, da sie das Eindringen von Sauerstoff verhindern, der den Verderb beschleunigt. Plastikbehälter können Gerüche aufnehmen und bestimmte Chemikalien an die Lebensmittel abgeben; daher sollten sie vermieden werden, insbesondere bei längerer Lagerung. Achten Sie darauf, dass der Behälter ausreichend Platz bietet, um die Ausdehnung des Produkts während der Fermentierung zu ermöglichen. Bei zu vollem Füllen besteht die Gefahr des Überlaufens.

Haltbarkeit: Die Haltbarkeit fermentierter Lebensmittel variiert stark je nach Produkt und Fermentationsmethode. Generell sollte man Sauerkraut und Kimchi innerhalb von 2-3 Monaten nach dem Öffnen verbrauchen. Fermentierte Milchprodukte wie Kefir haben eine kürzere Haltbarkeit von etwa 1-2 Wochen im Kühlschrank. Achten Sie immer auf sichtbare Anzeichen von Verderb wie Schimmelbildung, ungewöhnliche Gerüche oder Veränderungen in der Konsistenz. Bei Verdacht auf Verderb sollten die Lebensmittel sofort entsorgt werden.

Einfrieren: Einige fermentierte Lebensmittel, wie Sauerkraut oder Kimchi, können auch eingefroren werden. Das Einfrieren stoppt den Fermentationsprozess und verlängert die Haltbarkeit. Verwenden Sie luftdichte Gefrierbeutel oder Behälter, um Gefrierbrand zu vermeiden. Die Qualität kann nach dem Auftauen etwas beeinträchtigt sein, jedoch verlieren die Lebensmittel nicht alle ihre gesundheitlichen Vorteile.

Professionelle Empfehlung: Bevor Sie fermentierte Lebensmittel konsumieren, die Sie selbst hergestellt haben, sollten Sie auf ein sauberes und hygienisches Vorgehen während des gesamten Prozesses achten. Bei Unsicherheiten bezüglich der Haltbarkeit oder des Zustands der Produkte sollten Sie diese lieber entsorgen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Die Einhaltung der oben genannten Lagerungsrichtlinien trägt maßgeblich zur Sicherheit und zum Genuss Ihrer fermentierten Lebensmittel bei.

Variationen & Anpassungen

Die Welt der fermentierten Lebensmittel ist unglaublich vielfältig. Die Grundprinzipien der Fermentation bleiben gleich, aber die Möglichkeiten zur Variation sind nahezu unbegrenzt. Dies ermöglicht eine Anpassung an individuelle Geschmäcker, Verfügbarkeit von Zutaten und gewünschte gesundheitliche Vorteile.

Gewürzvariationen: Die Zugabe von Kräutern und Gewürzen beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern auch die mikrobielle Zusammensetzung des Ferments. Probieren Sie beispielsweise bei der Herstellung von Sauerkraut 1 TL Kümmel, 1 TL Koriandersamen und ½ TL Fenchelsamen pro 1 kg Weißkohl aus. Für Kimchi können Sie neben dem klassischen Gochugaru (koreanisches Chilipulver) auch Ingwer (ca. 2 cm Stück pro 500g Chinakohl), Knoblauch (2-3 Zehen pro 500g Chinakohl) und Frühlingszwiebeln (1-2 Stangen pro 500g Chinakohl) verwenden. Experimentieren Sie mit verschiedenen Mengen, um Ihre Lieblingskombination zu finden.

Zusatz von Gemüse und Früchten: Erweitern Sie Ihre fermentierten Kreationen durch die Zugabe von anderem Gemüse und Früchten. Zu Sauerkraut lassen sich beispielsweise Karotten (ca. 2 mittelgroße Karotten pro 1 kg Weißkohl) oder rote Bete (ca. 1 mittelgroße rote Bete pro 1 kg Weißkohl) hinzufügen. Bei der Fermentation von Gurken können Sie neben Dill (ca. 1 Bund pro 1 kg Gurken) auch Knoblauch, Zwiebeln oder Chili integrieren. Äpfel oder andere Früchte können den Geschmack von fermentierten Kohlsorten abrunden und zusätzliche Süße hinzufügen (ca. 1 Apfel pro 1 kg Kohl).

Anpassung der Salzmenge: Die Salzmenge ist entscheidend für den Fermentationsprozess, da sie unerwünschte Mikroorganismen hemmt und die guten Bakterien fördert. Verwenden Sie niemals weniger als 2% Salz (bezogen auf das Gesamtgewicht des Gemüses), da dies zu Schimmelbildung führen kann. Eine höhere Salzkonzentration (bis zu 3-4%) führt zu einem salzigeren Endprodukt, aber auch zu einer längeren Haltbarkeit. Experimentieren Sie vorsichtig mit der Salzmenge, um Ihre persönlichen Vorlieben zu finden.

Temperaturkontrolle: Die optimale Temperatur für die Fermentation liegt zwischen 18°C und 24°C. Kühlere Temperaturen verlangsamen den Prozess, wärmere Temperaturen können zu unerwünschten Geschmacksveränderungen oder sogar Verderb führen. Überwachen Sie die Temperatur regelmäßig und stellen Sie das Gefäß gegebenenfalls an einen kühleren oder wärmeren Ort.

Professionelle Empfehlung: Achten Sie auf die Hygiene während des gesamten Prozesses. Verwenden Sie saubere Gläser und Utensilien. Bei Unsicherheit über die Qualität des fermentierten Produkts, beispielsweise bei Schimmelbildung oder ungewöhnlichem Geruch, sollten Sie es entsorgen.

Abschluss

Fermentierte Lebensmittel bieten eine Fülle von gesundheitlichen Vorteilen, von der Verbesserung der Verdauung über die Stärkung des Immunsystems bis hin zur Förderung der Herzgesundheit. Die Einbeziehung fermentierter Lebensmittel in eine ausgewogene Ernährung kann einen erheblichen Beitrag zu Ihrem allgemeinen Wohlbefinden leisten. Experimentieren Sie mit verschiedenen Arten von fermentierten Lebensmitteln, um Ihre Lieblingsrezepte zu finden und den Geschmack in Ihre Mahlzeiten zu integrieren.

Serviervorschläge: Fermentierte Lebensmittel können vielseitig verwendet werden. Sauerkraut passt hervorragend zu deftigen Gerichten wie Braten oder Würstchen. Kimchi ist eine köstliche Beilage zu Reisgerichten oder Nudeln. Kombucha kann als erfrischendes Getränk genossen werden. Miso kann als Basis für Suppen oder Saucen verwendet werden. Kefir kann pur getrunken oder in Smoothies gemischt werden. Joghurt kann als Frühstück mit Obst und Müsli oder als Snack genossen werden.

Aufbewahrungstipps: Die meisten fermentierten Lebensmittel sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, um ihre Qualität und ihre nützlichen Bakterien zu erhalten. Achten Sie darauf, dass die Behälter gut verschlossen sind, um ein Austrocknen zu verhindern. Die Haltbarkeit variiert je nach Lebensmittel und Herstellungsverfahren, überprüfen Sie daher immer das Etikett oder die Verpackung.

Mögliche Beilagen: Die Beilagen zu fermentierten Lebensmitteln hängen stark von dem jeweiligen Gericht ab. Zu Sauerkraut passen beispielsweise Kartoffeln, Karotten oder Grünkohl. Kimchi kann mit geröstetem Tofu oder Sesamöl serviert werden. Kombucha passt gut zu leichten Gerichten oder Desserts. Miso-Suppen können mit verschiedenen Gemüsesorten oder Proteinen kombiniert werden. Kefir kann mit Granola und Honig verfeinert werden.

Kalorien- und Nährwertinformationen: Die Nährwertangaben variieren erheblich je nach Art des fermentierten Lebensmittels und den verwendeten Zutaten. Es ist ratsam, die Nährwerttabelle auf den jeweiligen Produkten zu überprüfen. Generell sind fermentierte Lebensmittel jedoch reich an Probiotika, Vitaminen und Mineralstoffen und können einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten. Beachten Sie jedoch, dass einige fermentierte Lebensmittel einen hohen Natriumgehalt haben können. Achten Sie daher auf einen moderaten Konsum.

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